„weil es so gut zur Orgel passt“

Mit diesen Worten begründetet Josef Luy, Kirchenmusikstudent im 5. Semester aus Düsseldorf, die Auswahl seines Konzertprogramms, das er am Abend des 11. November in der Deutschen Evangelischen Kirche in Boulak präsentierte. In der Tat bietet die historische Walcker-Orgel unserer Kirche die Möglichkeit, sowohl barocke Werke wie Romantik zu spielen. Daher eröffnete Luy den Orgelmusikabend protestantisch standesgemäß mit drei Werken von Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasia in c (BWV 537), Kyrie, Gott, heiliger Geist (BWV 631) und Fantasia in G (BWV 572). Von dort ebnete eine sehr einfühlsame Improvisation des jungen Organisten den Weg zum „Bach der Romantik“ Max Reger (1873-1916). Dieser Komponist aus dem 19. Jahrhundert verlangt einem Musiker viel ab und fordert eine sorgsame Registrierung. Josef Luy hat bei der Aufführung von Regers Toccata d Moll (op. 59,5), Melodia B Dur (op. 129,4) und Fuge D Dur (op. 59,6) sein Können unter Beweis gestellt. Bis in die „Zehnfingerpartien“ hinein behielt er die Kraft und Übersicht. Begleitet wurde der Abend von der eindrucksvollen Installation „vis-à-vis“ der deutsch-iranischen Künstlerin Roshanak Zangeneh und Lesungen zum Frieden aus dem alttestamentlichen Propheten Micha („Schwerter zu Pflugscharen“) und aus einer Rede von Albert Schweitzer, die er anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises 1954 erhalten hat. Damit wurde an diesem Abend auch dem historischen Gedenken an die Beendigung des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren Rechnung getragen. Den Abschluss des Konzertes bildete eine Zugabe, in der Josef Luy mit einer eigenen Improvisation über „Der Mond ist aufgegangen“ die dreißig Gäste des Abends in die Nacht entließ.

Bilder und Text von Stefan El Karsheh